Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

 

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Was ist ein "Blindenlehrer"?

 

Lehrerinnen und Lehrer gibt es nicht nur für Deutsch, Engisch und Mathematik, sondern auch für Schüler mit besonderen Bedürfnissen bzw. mit Behinderungen. Diese Sonderpädagoginnen und -pädagogen wurden bisher vorwiegend an Sonderschulen (oder Förderschulen oder Förderzentren) für Lernende mit Behinderungen eingesetzt. Heute sollen sie auch zunehmend helfen, das gemeinsame Lernen von Schülern ohne und mit Behinderungen an den allgemeinen Schulen (Regelschulen) zu unterstützen.


In der Sonderpädagogik gibt es verschiedene Fachrichtungen, die im Schulsystem dann Förderschwerpunkte heißen, beispielsweise:

  • Lernen (früher Lernbehinderung)
  • Emotionale Entwicklung (früher Verhaltensstörungen)
  • Sprache

Zahlenmäßig wesentlich kleiner sind folgende Fachrichtungen:

  • geistige Entwicklung (früher geistige Behinderung)
  • körperliche Entwicklung
  • Sehen (Blinden- und Sehbehindertenpädagogik)
  • Hören (Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik)

"Sonderpädagogik auf Lehramt" kann man studieren, wie Grund-, Hauptschul- oder Gymnasialpädagogik.

 

Was macht die Spezialkompetenz eines "Blindenlehrers" aus?


In der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik geht es darum, wie Lernen so organisiert werden kann, dass Schüler mit wenig oder ohne Sehvermögen alles lernen, was ihre sehenden Altersgenossen auch erfahren. Im Zentrum steht, wie Informationen durc Tasten, Hören und Handeln vermittelt werden können und wie das Restsehvermögen optimal genutzt werden kann.

  • Während Augenärzte eine Sehbehinderung diagnostizieren, können Blinden- und Sehbehindertenpädagogen einschätzen, wie sich diese beim Lernen auswirkt. Sie wissen, welche Vorkehrungen für gutes Sehen trotz Sehbehinderung nötig sind, wie vergrößernde Sehhilfen, vergrößertes Arbeitsmaterial, die richtige Beleuchtung ohne Blendung u. v. m. eingesetzt werden.
  • Blinden- und Sehbehindertenpädagogen wissen, wie das Tastvermögen geschult wird und Taststrategien erlernt werden. Sie können Schülern den Umgang mit tastbaren Lernmedien vermitteln.
  • Sie kennen Unterrichtsmethoden, in denen das Sehen durch die anderen Sinne ersetzt wird.
  • Sie können Dinge mit Worten so beschreiben, dass sie für ihre Schüler verständlich werden, auch wenn diese sie nicht sehen können.

Zu den regulären Schulfächern kommt für Lernende mit Sehbehinderung der so genannte zweite Lehrplan.

  • Kinder müssen lernen, sich selbstständig mit Sehhilfen oder dem weißen Stock in Gebäuden, auf dem Schulgelände und im Straßenverkehr zu orientieren.
  • Sie müssen alltägliche Fertigkeiten beherrschen: Essen und Essen zubereiten, sich An- und Umkleiden, Ordnung halten, Dinge suchen und finden und vieles mehr, was sehende Kinder ganz selbstverständlich nebenbei lernen.
  • Sie müssen in ihrer Freizeitgestaltung gefördert werden. Für Sport, Musikunterricht, Lesen und andere Hobbys sind oft besondere Vorkehrungen, Schulungen und Beratung nötig, damit blinde und sehbehinderte Kinder auch außerschulisch so aktiv sein können, wie Heranwachsene ohne Seheinschränkung.
  • Kinder mit Sehbehinderung müssen außerdem darin unterstützt werden, ihre Behinderung als Teil ihres Lebens anzunehmen. Sie müssen akzeptieren lernen, anders und oft eine Ausnahme zu sein und ihre Lebensgestaltung als erfüllend zu empfinden, auch wenn manche Sachen nicht gehen.

Um all diese Lernprozesse richtig anzustoßen und zu begleiten, muss professionelle Kompetenz da sein. Man kann zwar intuitiv auch vieles richtig machen, die Praxis zeigt aber, dass nicht speziell qualifizierte Lehrkräfte oft an die wichtigsten Vorkehrungen nicht denken oder die naheliegendsten Lösungen nicht kennen.

 

Was muss Unterricht für blinde Kinder leisten?


Blinde und sehbehinderte Kinder sind genau so schlau und dumm wie sehende Kinder auch. Sie können die gleichen Bildungsabschlüsse erreichen wie Sehende. Mit qualifizierten Lehrern, geeigneten Materialien und Hilfsmitteln ist das möglich.

Mit qualifizierter Förderung haben Kinder mit Seheinschränkung dieselben Bildungschancen wie Sehende. Diese Chancengleichheit haben die Vereinten Nationen in ihrer Behindertenrechtskonvention zum Menschenrecht erklärt. Blinden und sehbehinderten Lernenden diese Chance zu versagen, darf heute nicht mehr sein.

 

 

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